Otto-Graf-Realschule

Leimen

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Frieden als kostbares Gut

Die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten unserer Zeit sind in Wirklichkeit große Geschenke

Die Klasse 10a der Otto-Graf-Realschule Leimen unternahm eine politisch-historische Studienfahrt ins Elsass, um an außerschulischen Lernorten die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten unserer Zeit im Spiegel der Geschichte zu betrachten. Eingebettet in die Vogesen liegt ein Ort des Schreckens, der in keinem größeren Gegensatz zur Schönheit der Landschaft stehen könnte: Im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof öffnete sich der nationalsozialistische Höllenschlund im zweiten Weltkrieg in seiner ganzen Brutalität und Unmenschlichkeit und verschluckte 22.000 Menschen. Wie grausam und menschenverachtend der Lager-Alltag war, wurde bei jedem Schritt der Besichtigung fassbar.  Als Kontrapunkt stand am Nachmittag der Besuch eines Ortes des Friedens und der Völkerverständigung auf dem Programm: „Wenn wir an unsere Großväter zurückdenken, so ist ihr Traum, dem Krieg ein Ende zu setzen, mit einem vereinten Europa Wirklichkeit geworden“ so Tajani, der Präsident des Europäischen Parlaments, das die Schülergruppe am Nachmittag in Straßburg  besuchte.  Im Plenarsaal gingen die SchülerInnen der Frage nach, wie das politische Handeln der gewählten Abgeordneten ihr Leben im Alltag beeinflusst. Übernachtet wurde in der internationalen Jugendbegegnungsstätte Albert Schweitzer in Niederbronn-les-Bains, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. unterhält.  „Wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!“, diese Aussage des EU-Kommissionspräsidenten Junker war leitmotivisch für den zweiten Tag der Exkursion.  Wie dankbar man für das geeinte Europa sein kann, wurde beim Blick auf die riesigen Ausmaße der Kriegsgräberstätte deutlich. Anhand originaler Erinnerungsstücke wie Tagebucheinträge und Briefe wurden die Namen der Gefallenen mit konkreten Schicksalen verbunden. Allen Beteiligten wurde deutlich, dass die Grabsteine weit mehr als kalte Steine sind: Es sind tausende Mahnmale für den Frieden. Am Ende der Reise stand fest, dass die oft wenig beachteten Selbstverständlichkeiten unserer Zeit in Wirklichkeit ganz große Geschenke sind. Bedanken möchten sich alle SchülerInnen nicht nur bei den Verantwortlichen des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge e.V., sondern auch bei der Stiftung „Gedenken und Frieden“, deren großzügige finanzielle Unterstützung die Reise mit ermöglichte.